Die nachhaltige Transformation des Gebäudesektors bietet die einzigartige Chance, Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Resilienz miteinander zu verbinden. Dies gelingt jedoch nur durch eine eng abgestimmte Zusammenarbeit von Finanzwirtschaft, Realwirtschaft und Politik. Dabei kommt der Finanzwirtschaft eine zentrale Rolle zu, insbesondere durch die Anforderungen an das Risikomanagement.
Die Europäische Bankenaufsicht hat mit ihren Leitlinien zum Management von ESG-Risiken einen wichtigen Impuls gesetzt. Sie zeigt auf, wie durch ESG-Kennzahlen, Schwellenwerte und Ausschlusskriterien nicht nur der Risikoappetit gesteuert, sondern Nachhaltigkeit auch als Hebel für zukunftsorientiertes Wachstum genutzt erden kann.
Wirkungsfaktoren zur Identifizierung von Zukunftsrisiken
Seit Start der Arbeit in der Initiative Sustainable Finance wurden basierend auf Vorschlägen der TU München und dem Lehrstuhl von Prof. Thomas Auer, dem wissenschaftlichen Begleiter der Initiative, in einer Reihe von Workshops, Wirkungsfaktoren zur Identifizierung von Zukunftsrisiken erarbeitet und priorisiert. Diese Faktoren, differenziert nach Nutzungsarten (EFH/ZFH, Mehrfamilienhäuser, Gewerbeobjekte), spiegeln nicht nur die hohe Relevanz der Themen aus Bankensicht wider – insbesondere für den kurzfristigen (0–3 Jahre) und mittelfristigen (3–10 Jahre) Zeitraum, sondern berücksichtigen auch den konkreten Anwendungsfall je nach Finanzierungsanlass: Neubau, Sanierung oder Bestandsgebäude. Das Ziel: ein Ansatz, der die reale Performance von Gebäuden sowie deren zukünftige Risikoexposition systematisch einbezieht.
Aufruf zum branchenweiten Dialog
Die Erarbeitung dieser Wirkungsfaktoren zur Identifikation der Zukunftsrisiken ist ein Aufruf zum branchenweiten Dialog über die reale Zukunftsfähigkeit unserer gebauten Umwelt. Die Liste der Wirkungsfaktoren erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir laden alle Akteure, von Architekten, Eigentümern, Investoren, Projektentwicklern, Immobilienbewertern, und Politikern bis hin zu Finanzierern ein, diesen Impuls als Basis für eine neue Form der Zusammenarbeit zu nutzen um den Performance Gap gemeinsam zu schließen.
In diesem Prozess können Banken sich als strategische Partner und aktive Gestalter der nachhaltigen Transformation positionieren und ermöglicht gleichzeitig der gesamten Realwirtschaft die notwendige Sicherheit, um Bestandsportfolios proaktiv zu transformieren und Neubauprojekte von Beginn an als resiliente, werthaltige Assets zu konzipieren; Assets, die ökologische Wirksamkeit mit langfristiger wirtschaftlicher Stabilität verbinden. Die vollständige Übersicht aller erarbeiteten Wirkungsfaktoren stellt die Initiative als Diskussionsgrundlage und Einladung zum Dialog auf ihrer Website kostenfrei zum Download zur Verfügung.

